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Woche der Abfallvermeidung 2017

Woche der Abfallvermeidung 2017

Jahresmotto: Gib Dingen ein zweites Leben

Die Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV) ist Europas größte Kommunikationskampagne zu Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Seit 2009 findet sie europaweit jährlich in der letzten Novemberwoche statt. Ihr Fokus: praktische Wege aus der Wegwerfgesellschaft aufzeigen. Alle EuropäerInnen sollen dafür sensibilisiert werden, mit Alltagsgegenständen und dem Ressourcenverbrauch bewusster umzugehen und wo es geht, Abfälle zu vermeiden. 2017 können erneut Teilnehmerrekorde erzielt werden – und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa.
Die Aktionswoche lebt von lokalen Aktionen zur Abfallvermeidung: von Vereinen, Behörden, Bildungs- und Kultureinrichtungen, Unternehmen und Privatpersonen. Alle Aktiven und Projekte präsentieren sich auf folgender Website.

In Deutschland wird die Kampagne mit Mitteln der Europäischen Klimaschutzinitiative finanziert. Das Umweltbundesamt (UBA) ist der fachliche Ansprechpartner. Koordiniert wird die Kampagnenwoche vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU).

Jahresmotto: Gib Dingen ein zweites Leben – Reparatur in Deutschland stärken

Wer Radios, Laptops oder Smartphones länger nutzt, vermindert die Menge an aufwendigen Herstellungsprozessen mit teils gravierenden Umweltwirkungen, weil etwa Rohstoffe und Energie eingespart werden. Reparieren und Wiederverwenden lässt außerdem die Abfallmengen sinken. Wenn mehr Möglichkeiten geschaffen werden, Gebrauchsgegenstände zu reparieren und wiederzuverwenden, trägt dies also zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Eine Untersuchung des UBA (siehe nächsten Absatz) hat jedoch zuletzt gezeigt, dass zum Beispiel Haushaltsgeräte oder Elektronikartikel häufig nur relativ kurz genutzt werden. Die Ursachen sind vielfältig. Zum einen tragen immer kürzere Innovationszyklen und technische Aspekte zu häufigerem Neukauf von Produkten bei. Zum anderen wandeln sich Alltagsgewohnheiten und solche Konsumpräferenzen, die sich am sozialen Symbolwert ausrichten. Eine steigende Produktvielfalt und immer kürzer werdende Innovationszyklen, insbesondere bei technischen Geräten, führen zu einer kürzeren Lebens- beziehungsweise Nutzungsdauer von Produkten. Dies lässt auch die anfallenden Abfallmengen auf einem hohen Niveau stagnieren.

Gibt es Zahlen, die diese Entwicklungen belegen?

Ergebnisse einer Studie zur Abschätzung der Lebens- und Nutzungsdauer von Elektrogeräten zeigen:

  • dass derzeit mehr Haushaltsgroßgeräte bereits innerhalb der ersten fünf Jahre kaputtgehen. 2013 wurden 8,3 Prozent der Haushaltsgroßgeräte (Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke) aufgrund von Defekten ersetzt. 2004 waren es nur 3,5 Prozent (Auswertungen von Daten der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK)).
  • dass ein Drittel der KonsumentInnen unzufrieden ist mit der Lebensdauer von Waschmaschinen, Fernsehgeräten, Notebooks, Wasserkochern und Handmixern (Auswertung einer Online-Verbraucherbefragung der Universität Bonn in 2013/14). Der Trend zur zunehmenden Anzahl an Haushalten in Deutschland sowie die weitere Steigerung des Ausstattungsbestandes deutscher Haushalte mit Gebrauchsgegenständen unterstreicht die Notwendigkeit, wirksame Maßnahmen zur Stärkung einer langen Lebens- und Nutzungsdauer von Produkten (zum Beispiel durch Wiederverwendung und Reparatur) zu ergreifen, um Abfälle zu vermeiden und Ressourcen zu schonen (Quelle: UBA: Daten zur Umwelt: Umwelt, Haushalte und Konsum – Ausgabe 2015).

Viele Produkte, insbesondere Elektrogeräte könnten repariert werden; stattdessen werden sie oft weggeworfen und teilweise nicht richtig entsorgt. Der Hauptgrund: Die Reparatur wäre teurer gewesen. Das sagen rund Dreiviertel der KonsumentInnen im Rahmen einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Kantar Emnid im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Der Verband fordert deshalb ein Recht auf Reparatur.
Eine lange Nutzung lohnt sich aus Sicht des Umwelt- und Ressourcenschutzes fast immer. Speziell neue Elektro- und Elektronikgeräte sind energieeffizient, so dass Produkte mit langer Nutzungsdauer in der Mehrzahl der Fälle umweltfreundlicher und ressourcenschonender sind. Beispiel: Wer sich alle fünf Jahre eine neue Waschmaschine kauft, hat nach 20 Jahren deutlich mehr Energieaufwand und Treibhausgase verursacht, als wenn er im gleichen Zeitraum nur ein Gerät verwendet hätte – obwohl die neuen Geräte in der Anwendung energieeffizienter arbeiten. (Prakash et al., UBA-Texte 11/2016).


Was können Verbraucher tun, um Dingen ein zweites Leben zu geben?

Auf der Europäischen Woche der Abfallvermeidung zeigen viele Beteiligte, was man selbst tun kann:

  •  die Reparatur mit Online-Hilfe oder in Repair Cafés wahrnehmen.
  •  Zunehmend entstehen auch professionelle Online-Portale (z. B. www.kaputt.de, https://www.meinmacher.de/kleingeraete/), die Reparaturdienstleistungen vermitteln und die Kosten vorher überschlagen. Manchmal lohnt sich die Reparatur dann doch.
  • Schon beim Kauf von Produkten auf deren Reparierbarkeit achten.
  • Noch gut nutzbare Produkte, die nicht mehr benötigt werden, anderen zugänglich machen, entweder über Online-Portale oder auf Flohmärkten. Auch die kommunalen Abfallwirtschaftsbetriebe nehmen oft noch gut Erhaltenes an, um es an soziale Träger oder Second Hand-Kaufhäuser für die Wiederverwendung weiterzugeben.
  • Wer unsicher ist, welche Möglichkeiten vor Ort bestehen, kann sich auch an die kommunale Abfallberatung wenden.
  • Die Europäische Woche der Abfallvermeidung präsentiert kreative Aktionen und innovative Projekte rund um das Jahresmotto auf der Aktionskarte.

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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