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Projekt „Phosphorrückgewinnung: wer, wie, was?“

Projekt „Phosphorrückgewinnung: wer, wie, was?“

Ziel ist der Aufbau eines Marktes für recycelten Phosphor

Mit der Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 02. Oktober 2017 ist die neue Klärschlammverordnung ab sofort in Kraft getreten. Die Neufassung der Verordnung verpflichtet ab dem Jahr 2029 Kläranlagen mit einer Ausbaugröße von mindestens 100.000 Einwohnerwerten (EW) und ab 2032 Anlagen ab einer Ausbaugröße über 50.000 EW zur Phosphorrückgewinnung aus dem Klärschlamm. Diesen Kläranlagen ist dann auch die Verwertung von Klärschlamm in der Landwirtschaft bzw. im Landschaftsbau untersagt. Bis Ende 2023 müssen die Kläranlagenbetreiber ihre Planungen und Konzepte zur Umsetzung der zuständigen Behörde mitteilen. Derzeit sind in Deutschland mehr als 30 Verfahren in der Entwicklung und Erprobung; nur wenige großtechnische Anlagen sind bereits in Betrieb.

„Aus Sicht der Deutschen Phosphor-Plattform ist es daher erforderlich, den rund erst einmal 580 betroffenen Kläranlagenbetreibern und ihren beratenden Ingenieurbüros eine objektive Entscheidungshilfe bei der Auswahl und Installation eines für sie geeigneten Verfahrens zur Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm an die Hand zu geben“, so Geschäftsführer Dr. Daniel Frank.

„Ebenso wollen wir die politischen Entscheidungsträger auf kommunaler Ebene und die Bevölkerung über die Veränderungen informieren, die eine Phosphorrückgewinnung auf Grundlage der neuen Klärschlammverordnung mit sich bringt. Und das kann etwa auch den Bau einer Klärschlammverbrennungsanlage in der Nachbarschaft bedeuten.“

Die Deutsche Phosphor-Plattform hat deshalb das Projekt „Phosphorrückgewinnung: wer, wie, was? – Umsetzung einer iterativen zielgruppenorientierten Kommunikationsstrategie“ initiiert, das von der DBU fachlich und finanziell gefördert wird. „Phosphor gehört zu den lebensnotwendigen Mineralstoffen, die weder Pflanzen noch Tiere selbst herstellen können – deshalb wird auf landwirtschaftlichen Nutzflächen mit Phosphor gedüngt. Zu viel davon kann jedoch zu erheblichen Umweltbelastungen in Gewässern führen. Ohne Rückgewinnung aus dem Klärschlamm muss zudem immer mehr Rohphosphat abgebaut werden, was ebenfalls Umweltschäden zur Folge hat“, erklärt Prof. Dr. Werner Wahmhoff, stellvertretender Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). „Um die Umweltbelastungen zu vermindern und Phosphor möglichst im Kreislauf zu führen, stehen in den nächsten Jahren relevante Richtungsentscheidungen an. Die neue Klärschlammverordnung gehört bereits dazu. Jetzt müssen Anlagenbetreiber sich mit diesem Thema befassen“, so Wahmhoff.

Mit Veranstaltungen und Informationsmaterialien sowie Beratungsangeboten für Kläranlagenbetreiber, Ingenieurbüros und Vertreter von Kommunen trägt die Deutsche Phosphor-Plattform dazu bei, das Phosphorrecycling ökologisch und ökonomisch sinnvoll umzusetzen. Dr. Daniel Frank stellt dazu fest: „Das bedeutet auch, dass der zurückgewonnene Phosphor in marktfähigen Produkten eingesetzt werden muss. Erst dann ist der Nährstoffkreislauf auch tatsächlich geschlossen.“ Die Deutsche Phosphor-Plattform hatte sich bereits während der Beratungen zur Novellierung der Klärschlammverordnung auf politischer Ebene aktiv für eine praktikable Gestaltung der neuen Verordnung eingesetzt.

Zur Info: Die Deutsche Phosphor-Plattform DPP e.V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Sie wurde 2015 mit dem Ziel gegründet, Wissen und Kompetenzen ihrer Mitglieder zu bündeln und im Netzwerk Strategien für ein nachhaltiges Phosphormanagement in den deutschsprachigen Ländern zu erarbeiten. Neben dem Phosphorrecycling aus Reststoffen wie z.B. Abwasser soll dabei auch eine ressourcenschonende Nutzung des Elements Phosphor, aber auch anderer Nährstoffe berücksichtigt werden.

Weitere Informationen rund um das Thema Phosphorrückgewinnung erhalten Sie auf der Homepage der Deutsche Phosphor-Plattform.

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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