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Mall zeigt neue Kleinklärtechnik zur IFAT

Mall zeigt neue Kleinklärtechnik zur IFAT

Sauberes Abwasser durch OCR

Bei der Abwasserreinigung in Kleinkläranlagen ist die Verfahrensführung nach dem SBR-Prinzip seit langem die bewährte Technologie schlechthin. Der betriebssichere und effiziente SBR-Prozess scheint kaum optimierbar. Doch nun kommt OCR auf den Markt. Erstmals im Rahmen der Messe war diese SBR-Innovation zu sehen.

Bedarf für Kleinkläranlagen besteht überwiegend im ländlichen Raum. Dort reinigen sie die Abwässer all jener Anwesen und Kleinsiedlungen, die wegen ihrer Alleinlage nicht ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden können. Die auch in großtechnischen Klärwerken zentralen Verfahrensschritte der mechanischen und biologischen Abwasserreinigung konzentriert eine Kleinkläranlage auf geringstmöglichen Raum. Während aber die Großen als Duchflusssysteme arbeiten, hat es sich für die Reinigungsleistung der Kleinen als effizienter erwiesen, Schmutzwasser in zeitlicher Abfolge (sequencing) von Chargen (batch) im Anlagenbehälter (reactor) zu behandeln: SBR.

Mit einfacher Technik und wenig Einbauteilen. OCR-Systeme wie SanoLoop mineralisieren die Abwasserfracht weitgehend. (Quelle: Mall GmbH)

Das funktioniert perfekt. SBR-Anlagen arbeiten sparsam und nur dann, wenn Abwasser anfällt. Ihr robuster und stabiler Prozess liefert Ablaufwerte, die zuverlässig die Normvorgaben einhalten. Kurz und gut, SBR steht für Betriebssicherheit und Effizienz. Seit Jahren. Und jetzt kommt OCR.

OCR steht für one chamber reactor und signalisiert schon in dieser Bezeichnung, dass Innovation hier etwas mit Vereinfachung zu tun hat. Denn anders als die klassische SBR-Anlage, die sich durch Trennwände in drei Kompartimente für Sedimentation, Behandlung und Nachklärung unterteilt, erfolgt die Abwasserreinigung nach dem OCR-Prinzip in einer einzigen Kammer. Durch die Prozessführung im OCR-System erübrigt sich die mechanische Vorreinigung per Sedimentation und eine rein aerobe Fahrweise räumt nicht nur mit Geruchsproblemen auf, sondern reduziert vor allem den Schlammanfall signifikant. Der verbleibende Klärschlamm ist geruchlos, weitgehend mineralisiert und kann ohne zusätzliche Behandlung problemlos entsorgt werden.

OCR zum Anfassen gab es im Rahmen der IFAT.Dort hatte Mall ihre OCR-Anlage SanoLoop erstmals der Fachöffentlichkeit vorgestellt. Als werkseitig mit allen Technikkomponenten ausgerüstete Komplettanlage gibt es sie im Betonbehälter mit sechs Baugrößen für vier bis 16 Einwohner sowie im PE-Behälter mit vier Baugrößen für vier bis 12 Einwohner. Der Verkaufsstart ist für das 4. Quartal 2018 geplant.

OCR ist SBR mit 24-Stunden-Batch (Quelle: Mall GmbH)

Anders als beim klassischen SBR-System behandelt SanoLoop das Abwasser in einer 24-Stunden-Charge (vgl. Grafik). Der Prozess beginnt morgens um 6 Uhr. Die Tellerbelüfter am Boden der Anlage gehen in Betrieb. Der Lufteintrag durchmischt Abwasser und Belebtschlamm, und er stellt den abbauaktiven Mikroorganismen den nötigen Sauerstoff zur Verfügung. Dadurch etabliert sich in der Anlage ein gleichmäßiger und stabiler aerober Abbauprozess, der in dieser Weise 20 Stunden lang aufrechterhalten wird. Abwasser fließt in dieser Zeit zu, wie es anfällt. In der folgenden Nacht, gegen 2 Uhr, endet diese Phase. Und weil meist schon ab 22 Uhr kein Abwasser mehr anfällt, bleibt SanoLoop genug Zeit, die Schmutzfracht des Abends bis dahin abzubauen.

Nun, indem die Anlagensteuerung den Lufteintrag abschaltet, beginnt der zweite Verfahrensschritt. Er dauert eine Stunde, in deren Verlauf der Belebtschlamm sedimentiert. Nachdem sich Schlamm und Wasser vollständig getrennt haben, wechselt SanoLoop um 3 Uhr in die dritte Arbeitsphase. Eine Mammutpumpe fördert das jetzt saubere Wasser aus der Anlage und üblicherweise ins nächstgelegene Fließgewässer. Dafür stehen zwei Stunden zur Verfügung. Anschließend legt die Anlage gegen 5 Uhr eine Ruhephase ein, bevor dann um 6 Uhr der nächste 24-Stunden-Zyklus an den Start geht.

Als OCR-Anlage verzichtet SanoLoop nicht nur auf Trennwände im Anlagenbehälter. Sie kommt auch ohne elektrisch betriebene Pumpe aus, weil innerhalb des Systems keine Pumpvorgänge stattfinden und der Klarwasserabzug mittels der druckluftbetriebenen Mammutpumpe erfolgt. Schlussendlich begnügt sich die OCR-Technik mit einer einfachen Steuerung, die zusammen mit dem Luftverdichter und den Ventilen in einem Kompaktschrank unterkommt. Der eignet sich wahlweise zur Innen- oder Außenaufstellung.

 

Quelle: Mall GmbH

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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