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Kampf dem Mikroplastik

Kampf dem Mikroplastik

Forschungsprojekt zu den Auswirkungen von Reifenabrieb

Mikroplastik ist ein globales Umweltproblem, das über die Nahrungskette auch auf unseren Teller gelangt. Zu rund einem Drittel stammen die winzigen Partikel von Reifenabrieb, der durch Niederschlagswasser in die Kanalisation gespült wird. Mit Hochdruck arbeiten weltweit Wissenschaft und Industrie an der Erforschung von Lösungen, die den Eintrag dieser Partikel in die Gewässer verhindern. So auch die GKD – Gebr. Kufferath AG (GKD): Aus der Hand des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Thomas Rachel, erhielt die technische Weberei in Düren jetzt einen Förderscheck von rund 185.000 Euro für das Forschungsvorhaben Reifenabrieb in der Umwelt (RAU).

Zum Projektstart überreichte der Parlamentarische
Staatssekretär Thomas Rachel den Förderscheck an GKD-Vorstand Dr. Stephan Kufferath (Bild: GKD/Rudi Böhmer)

Um effektive Vermeidungsstrategien zu entwickeln, gilt es, Abriebfaktoren, Eintragspfade, Verbreitungswege und Auswirkungen im Detail zu untersuchen. Das vom BMBF unterstützte Forschungsvorhaben hat das Ziel, den Eintrag von Mikroplastik aus Reifenabrieb im Abflusswasser der Straßen mengenmäßig zu erfassen. Dazu sollen die Abriebsmengen mit Verschleißtests und Vor-Ort- Beprobungen ermittelt werden. Berücksichtigt werden dabei Einflussfaktoren wie Reifen-, Fahrzeug- und Straßentypen sowie Fahrsituationen. Eine zentrale Aufgabe im Projekt besteht in der Entwicklung von Körben für die Probennahme. Diese müssen einerseits den aufkommenden Wassermengen gewachsen sein, andererseits die Mikroplastikpartikel zuverlässig zurückhalten. Als Filtrationsexperte mit langjähriger Erfahrung in der Wasserbehandlung und -aufbereitung ist GKD in diese Pilotaufgabe maßgeblich miteingebunden. Die führende Kompetenz der Gewebespezialisten ist für die Auslegung und Entwicklung geeigneter Gewebe für die Filtertöpfe mit mehreren Abscheideraten – von sehr grobmaschigen Konstruktionen mit ein bis zwei Zentimeter großen Öffnungen bis hin zu Geweben mit Öffnungen von absolut 6 μm – gefragt. Anhand von Simulationen und umfangreichen Laboranalysen wird GKD geeignete Gewebekonstruktionen entwickeln, die dann in der angeschlossenen Metallweberei auf Hightech-Webmaschinen gefertigt werden. Darüber hinaus ist die Engineeringkompetenz der Dürener auch bei der Begleitung des Versuchsaufbaus gefragt.

Die koordinierende Technische Universität (TU) Berlin wählte aus gutem Grund GKD als Projektpartner: Schon im vorangegangenen Forschungsprojekt hatte das Unternehmen als Projektführer seine Leistungsfähigkeit als Lösungspartner erfolgreich unter Beweis gestellt. Das Folgeprojekt RAU ist erneut auf drei Jahre terminiert. Weitere Projektpartner sind das Prüflabor Wessling, die auf Dienstleistungen und Produkte rund um das Thema Regenwasser spezialisierte Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker sowie die Continental Reifen Deutschland GmbH. Zum Projektstart am 1. August 2017 überbrachte der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel den Förderscheck von rund 185.000 Euro.

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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