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Industrie-Abwasserrohr reinigt sich selbst

Industrie-Abwasserrohr reinigt sich selbst

25. Innovationstag präsentiert über 200 Weltneuheiten aus dem Mittelstand

Ein selbstreinigendes Abwasserrohr für Industrieanlagen, ein nachhaltiges Niederschlagsentwässerungsystem für Siedlungsgebiete oder ein automatisiertes Verfahren zur Entnahme von Grundwasserproben: Hunderte innovative Unternehmer und Wissenschaftler rüsten sich derzeit zum Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) in Berlin. Bei der Hightech-Show, die sich am 7. Juni zum 25. Mal jährt, werden 300 kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungsinstitute aus dem gesamten Bundesgebiet erwartet. Sie präsentieren über 200 Weltneuheiten aus ihren Entwicklungslabors, Forschungsabteilungen und Tüftler-Ateliers. Auch diesmal stark vertreten: der Themenbereich Wasser und Umweltschutz.

Mehrheitlich verdanken die erfolgreichen Hightech-Innovationen ihre Existenz einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi. Das Bundesprogramm kann mittlerweile eine zehnjährige Erfolgsbilanz vorweisen. Allein für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Bereich der Umwelttechnologien wurden seit 2015 fast 76 Mio. Euro Fördermittel bewilligt.

Hohen wirtschaftlichen Nutzen verspricht das auf dem Innovationstag gezeigte selbstreinigende Abwasserrohr zum Einsatz in Kläranlagen. Von der Hochschule Darmstadt, dem Laser Zentrum Hannover und der Flexxibl GmbH Braunschweig innerhalb eines ZIM-Kooperationsvorhabens entwickelt, vermeidet es sehr aufwendige Reinigungsarbeiten und den in der Regel in kurzen Abständen notwendigen Austausch der Rohre. Das von der Solidtec GmbH aus Dieburg praktisch umgesetzte Projekt wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren mit rund 122.500 Euro gefördert. Solidtec-Geschäftsführer Sebastian Schelbert: „Die ZIM-Förderung hat es uns ermöglicht, durch das Zusammenwirken mit den anderen Partnern ein für uns völlig neues technologisches Gebiet zu erschließen und die Auslastung unserer damit befaßten Mitarbeiter zu erhöhen“. Die bereits erfolgreich getestete Entwicklung soll nun in einer Wasseraufbereitungsanlage installiert werden und sich unter Anwendungsbedingungen beweisen.

Ebenfalls auf dem Innovationstag gezeigt wird ein im Rahmen eines ZIM-Kooperationsnetzwerkes entwickeltes automatisiertes Verfahren zur Entnahme von Grundwasserproben: Es ermöglicht eine systematische und sichere Gewinnung hydrochemischer Daten. Das Vorhaben wurde von der GeoThermal Engineering GmbH in Karlsruhe gemeinsam mit dem Ingenieurbüro Roth & Partner umgesetzt. Die neu entwickelte Probenahme-Apparatur gewährleistet im Rahmen eines Grundwasser-Monitorings über einen längeren Zeitraum verlässliche und vergleichbare Fluidproben zur Beurteilung der Wasserqualität. Dadurch können der Betreuungsaufwand minimiert sowie Personal- und Reisekosten eingespart werden. Darüber hinaus kann das Verfahren auch an heißen Quellen zum Langzeit-Monitoring von Vulkanen und Erdbeben genutzt werden.

Ein System zum Erhalt des natürlichen Wasserhaushaltes in Siedlungsgebieten als Überflutungsvorsorge präsentiert die H. Klostermann GmbH & Co.KG – Betonwerke aus Coesfeld in Nordrhein-Westfalen. Gesucht war eine nachhaltige und einfache Lösung für die Stadtentwässerung, die auch stärkere als die bisher gewohnten Regenintensitäten bewältigen kann. Die aus dem FuE-Kooperationsprojekt hervorgegangene Innovation kombiniert wasserdurchlässige Flächenbeläge mit bepflanzten Versickerungs- und Verdunstungsmodulen, die den natürlichen Wasserhaushalt erhalten und Überflutungen nach Starkregenereignissen vorbeugen. Bernd Kiffmeyer von den Betonwerken aus Coesfeld zufolge haben die bewilligten Fördergelder des Bundes in erheblichem Maße dazu beigetragen, das Projekt innerhalb von nur zwei Jahren zu realisieren.

Zahlreiche weitere beim Innovationstag präsentierte, umsatzträchtige Neuerungen entstanden als Ergebnis von Vorlaufforschung im Rahmen der BMWi-Programme Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und Innovationskompetenz (INNO-KOM). Darüber hinaus präsentiert das Ministerium weitere Unterstützungsmöglichkeiten seiner verzahnten Programme, etwa Angebote für Start-Ups und im Venture-Capital-Bereich.

Bei der Hightech-Show werden auch in diesem Jahr werden wieder rund 1.800 Besucher erwartet. Neben thematisch vielfältigen, oft auch verblüffenden Exponaten erwartet sie unter anderem ein interessantes Vortragsprogramm zu aktuellen Fragen der Innovations-Entwicklung. An transnationaler Kooperation interessierten Mittelständlern bietet die International Area unter anderem ein Partnering Event. Dort finden sich auch Erstanlaufstellen zur Anbahnung grenzüberschreitender Innovationsprojekte, etwa unter Nutzung des 2018 gestarteten Pilotprojekts einer internationalen ZIM-Netzwerkförderung.

Veröffentlicht von

Inga Ronsdorf

Für mich spielen Effizienz, Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz in der heutigen Industrie eine entscheidende Bedeutung.

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