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IFAT India: Abwasserwirtschaft boomt

IFAT India: Abwasserwirtschaft boomt

IFAT India: Investitionen der industriellen Abwasserwirtschaft nehmen zu

Indien steckt aktuell in der größten Wasserkrise in der Geschichte des Landes. Und die Nachfrage nach der überlebenswichtigen Ressource wird künftig weiter steigen. Noch immer ist die Landwirtschaft mit einem Anteil von 79 Prozent der größte Wasserverbraucher Indiens, doch die Industrie holt auf: Nutzte der industrielle Sektor im Jahr 2016 noch fünf Prozent der insgesamt 634 Milliarden Kubikmeter Wasser , so wird sich die Nachfrage bis 2030 vervierfachen – so das Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWI). Eine Prognose, die Indiens Markt für industrielle Abwasser wirtschaft Aufschwung verleiht.

Für Bhupinder Singh, CEO von Messe Muenchen India und Veranstalter von Indiens führender Umwelttechnologiemesse IFAT India , steht fest: „ Vor dem Hintergrund der akuten Wasserknappheit ist die Industrie im Land stärker denn je gefordert, Abwässer zu reinigen und das aufbereitete Wasser wieder zu verwenden . Wir können es uns schlichtweg nicht mehr leisten, die wertvollste Ressource, die wir haben, nicht maximal zu nutzen.“ In vielen Industriezweigen, wie der Chemie-, Pharma- oder Lebensmittelindustrie, wird Wasser in großen Mengen zur Fertigung und Verarbeitung, für Waschvorgänge, zur Verdünnung oder zur Kühlung genutzt. In die Aufbereitung des dabei entstehenden Abwassers investieren indische Unternehmen immer stärker: Dem BMWI zufolge rechnen Experten mit einer jährlichen Steigerung der Ausgaben für entsprechende Technologien um fünf bis zehn Prozent.

Großes Marktpotenzial der Abwasserwirtschaft

Auch deutsche Firmen, die bereits auf dem indischen Markt für Wasser- und Abwasserwirtschaft tätig sind, bestätigen den erhöhten Bedarf an Lösungen zur Aufbereitung industrieller Abwässer. Für Christian Ziemer, Manager Business Development and Strategy, Water & Wastewater bei der Siemens AG, bieten sich Marktchancen für internationale Hersteller nicht nur bei Kooperationen mit großen indischen Firmen, sondern auch die Investitionen der kleinen und mittleren Unternehmen in innovative Wasser- und Abwasserlösungen würden steigen. Hier sei mit einem jährlichen Wachstum von zehn bis zwölf Prozent zu rechnen. „In Indien sind verstärkt höherwertige Technologien gefragt, die den strenger gewordenen gesetzlichen Anforderungen genügen“, erläutert Ziemer.
Eine Auffassung, die Franz Heindl, Vertriebsleiter Ausland bei Huber SE, teilt: „Das Marktpotenzial ist in diesem Sektor derzeit höher als das der kommunalen Abwasserbehandlung, weil durch die gesetzlichen Vorgaben immenser Druck auf die Unternehmen ausgeübt wird, die dann schnell reagieren müssen. Mittel- bis langfristig wird der kommunale Bedarf den industriellen jedoch bei Weitem überholen“, so der Experte.

Systemlösungen sind gefragt

In technologischer Hinsicht besteht nach Jürgen Hannak, Senior Projektmanager bei adelphi, bei großen indischen Unternehmen vor allem Bedarf an Hochfiltrations- und Oxidationssystemen, an Lösungen zur Klärschlammentsorgung und an Energiemanagement-Lösungen im Bereich Kläranlagen. Auch die Herausforderungen „Mikroplastik“ sowie „Pharmazeutika im Abwasser“ würden derzeit stärker diskutiert und die Rückgewinnung chemischer Verbindungen, wie zum Beispiel Phosphor, rücke mittlerweile ebenfalls in den Fokus. „Indische Konzerne sind vor allem an Systemlösungen interessiert. Konventionelle Komponentenlösungen sind bereits im Land vorhanden“, sagt Hannak. Hier, wie auch im Bereich „Human Resources“, seien vorwiegend Kooperationsprojekte gefragt.

Branchentreffpunkt: IFAT India 2018 in Mumbai

Innovative Technologien für die industrielle Abwasserwirtschaft werden neben weiteren Lösungen für Abwasser, Wasser und solchen für Abfall und Recycling auf der IFAT India präsentiert, die vom 15. bis 17. Oktober dieses Jahres auf dem Bombay Exhibition Centre (BEC) in Mumbai ihre Tore öffnet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der vergangenen Veranstaltung – 6.765 Fachbesucher und 184 Aussteller – zeichnet sich auch in diesem Jahr ein Rekord ab: Rund 200 Aussteller werden auf einer um knapp 50 Prozent vergrößerten Ausstellungsfläche erwartet. Auch die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften stehen auf der indischen Tochterausgabe der Weltleitmesse IFAT auf dem Programm: Auf dem Active Learning Center werden praktische Trainings, Live-Demonstrationen und Berufswettbewerbe für junge Talente und Facharbeiter angeboten. Dabei sind die Vorführungen und Aufgaben auf die Bedürfnisse des indischen Umweltsektors zugeschnitten.
 

Quelle: Messe München

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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