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IFAT 2018 zum Thema Wassereffizienz

IFAT 2018 zum Thema Wassereffizienz

Schlüsselfaktor für die Chemiebranche

Für die Chemieindustrie wird die Ressource Wasser als Standort- und Wettbewerbsfaktor immer wichtiger. Über Neuentwicklungen für eine optimierte Wasserversorgung sowie die Aufbereitung von Abwasser und flüssigen Abfällen informiert die IFAT im Mai.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO müssen mindestens zwei Milliarden Menschen weltweit ihren Durst mit verunreinigtem Wasser löschen. Der Klimawandel könnte die Situation zukünftig noch verschärfen. Damit steigt die Verantwortung der Industrie, mit der kostbaren Ressource Wasser effizient umzugehen. Die Chemiebranche hat einen hohen Wasserbedarf und produziert zudem oft in Ländern mit Wasserknappheit. Doch sie ist sich ihrer besonderen Verpflichtung bewusst: Laut dem Verband der Chemischen Industrie nutzen Chemieunternehmen jeden Liter Wasser mittlerweile fast sechsmal.

Quelle: LANXESS AG

Die Chemiebranche ist aber nicht nur ein wesentlicher Wasserverbraucher, sie entwickelt zugleich Werkzeuge für ein effizientes Wassermanagement. Auf der IFAT 2018 informiert zum Beispiel der Spezialchemie-Konzern Lanxess aus Köln über seine Produkte zur Wasseraufbereitung, darunter Ionentauscher und Membranelemente für die Umkehrosmose. Beide Techniken, oft im Verbund eingesetzt, entfernen Schadstoffe und störende Substanzen aus Wässern. Während die Membrantechnik bei hohem Salzgehalt kosteneffizient arbeitet, erreichen Ionentauscher bei niedrigen Salzkonzentrationen eine Feinreinigung. Derart aufbereitetes Prozess- und Kühlwasser schont industrielle Anlagen, denn dank der Entmineralisierung und der geringen Restleitfähigkeit wird Verkalkung und Korrosion vorgebeugt. Eine wichtige Rolle spielen Ionentauscher und Membrantechniken vor allem auch im Umweltschutz: In der Region um Tirupur beispielsweise, dem Zentrum der indischen Baumwollverarbeitung, werden mit Produkten von Lanxess täglich rund 24.000 Kubikmeter Abwasser gereinigt, die früher umliegende Gewässer kontaminierten.

Störende Substanzen lassen sich auch per Adsorption aus Wasser und Abwasser entfernen. Lanxess bietet dafür Eisenoxide an. Donau Carbon aus Frankfurt am Main wiederum stellt seine umfangreiche Palette an Aktivkohlen vor, die das Unternehmen unter anderem auf den Philippinen aus den Schalen von Kokussnüssen produziert. Besonders praktisch: Anwender können mobile Aktivkohlefilter in verschiedenen Größen mieten oder kaufen und dabei den kompletten Service inklusive des Austausches und der Entsorgung beladener Aktivkohle in Anspruch nehmen.

Industrielle Abwasserbehandlung

Die Chemie- und Pharmabranche behandelt ihre Abwässer vor oder betreibt gar eigene Klärwerke, da kommunale Kläranlagen mit den oft komplexen Schadstoffgemischen der industriellen Abwässer überfordert wären. Für Substanzen, die nicht biologisch abbaubar sind, bietet sich eine oxidative Zerstörung an. Der Vorteil: Es fallen keine kontaminierten Reste an, die man verbrennen müsste. Systeme für den oxidativen Schadstoffabbau stellen mehrere Aussteller vor: EnviroChemie hat eine auf Wasserstoffperoxid und UV-Licht basierende Anlage entwickelt, die Abwässer der Pharmaindustrie von Arzneimittelrückständen befreit. Der Aussteller Linde wiederum zeigt ein System für die oxidative Behandlung mit Ozon.

Die biologische Abwasseraufbereitung steht ebenfalls im Fokus der IFAT. So hat Linde jetzt ein mobiles System der Sauerstoffbegasung speziell für kleinere und mittlere Unternehmen im Programm. Damit Bakterien eine hohe Abbaurate erreichen, ist ferner eine gute Durchmischung erforderlich. Rührwerke müssen dabei nicht nur das Absetzen von Partikeln verhindern, sondern zudem scherarm arbeiten, damit sie Flocken nicht zerstören. In der anaeroben Stufe sollten außerdem Turbulenzen an der Wasseroberfläche vermieden werden, um den Sauerstoffeintrag zu minimieren. Die Rühr- und Begasungssysteme von Invent erfüllen diese hohen Ansprüche und sind zudem robust genug für die oft aggressiven und salzhaltigen Abwässer der Chemieindustrie.

Schlämme als wertvolle Ressource

Klärschlämme sowie Schlämme aus der industriellen Produktion müssen oft teuer entsorgt werden – obwohl sie noch kostbare Rohstoffe enthalten. Die österreichischen Anlagenbauer Kremsmüller und Kanzler Verfahrenstechnik zeigen, wie sich Wertstoffe und Energie aus Schlämmen jeglicher Konsistenz zurückgewinnen lassen. Das Herzstück ihrer Anlage ist ein modernes thermisches Trennverfahren, basierend auf einem Dünnschichtverdampfer. Dieser Beitrag könnte Sie ebenfalls interessieren.

 

Quelle: Messe München und  Invent AG

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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