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Fahrzeug-Waschwasser im Kreisverkehr

Fahrzeug-Waschwasser im Kreisverkehr

Es ist naturgemäß ein schmutziges Geschäft. Der Dreck ist nicht weg, wenn das Auto blitzblank aus der Waschanlage rollt. Ins Waschwasser hat er sich verlagert. Und nun? Jetzt geht’s erst richtig los: Reinigung im Kreisverkehr. Harmonisch mit Norm und Natur.

Wasser, naturgegeben sauber, ist grundlegende Ressource allen Lebens. Hieraus erwächst dessen hohe Schutzwürdigkeit. Dementsprechend normiert ein differenziertes Regelwerk die zahllosen Wassernutzungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht. Die Abwasserverordnung (AbwV) ist ein Teil dieses Regelwerks. In ihren Anhängen legt sie fest, wie mit Abwässern unterschiedlicher Herkunfts­bereiche zu verfahren ist. Anhang 49 behandelt „Mineralölhaltiges Abwasser“ und damit auch das Waschwasser von „Anlagen zur ­maschinellen Fahrzeugreinigung“, wie Autowaschanlagen & Co. im Verordnungsjargon heißen.

Kernforderung von Anhang 49 ist die Kreislaufführung des Waschwassers. Frisches Wasser gibt’s nur zum Ausgleich von Verdunstungs- und Verschleppungsverlusten sowie im Spülgang am Ende der Wäsche. Verfahrenstechnische Konsequenz: Jede Waschanlage braucht ihr eigenes Klärwerk. Das muss gut unterkommen, auch da, wo es eng zugeht. Im Betrieb soll es wirtschaftlich sein, in der Reinigungsleistung stabil und effizient. Auch Wartung ist ­wichtig, und natürlich muss es sämtliche Vorgaben fraglos und dauerhaft erfüllen. All das dann auch noch bedarfsgerecht dimen­sioniert – fürs Autohaus mit ein paar Wäschen pro Tag, für Betrieb am ­laufenden Band im großen Waschcenter oder auch für die ­Lkw-Flotte. Da ist Technik gefragt, die sich anpasst. Und Erfahrung. Kann nicht jeder. Mall kann.

Komplette Anlagenkonfigurationen

Dieser NeutraClear hat ein im Kompaktformat mit allen Prozessschritten in einem Behälter

Der Systemanbieter aus Donaueschingen entwickelt, baut und ­vertreibt abwassertechnische Kompaktanlagen seit über sechs Jahrzehnten. Auch im Sortiment: Komplette Anlagenkonfigurationen, wie sie wasserseitig rund um die Fahrzeugwäsche gebraucht werden. Das Angebot umfasst Bauvarianten für unterschiedliche Bedarfslagen. Allen gemeinsam ist das verfahrenstechnische Prinzip einer mechanisch-biologischen Reinigung. Verschmutztes Waschwasser fließt zuerst in das Vorbehandlungsbecken Neutra Twin. Hier sedimentieren Sinkstoffe, und gleichzeitig werden aufschwimmende Verunreinigungen zurück gehalten. Die Funktion eines ­Vorbehandlungsbeckens ist damit integraler Bestandteil. Nächste ­Station ist das Behandlungsbecken Neutra Clear, in dem sich offenporiges Lavagestein als Trägermaterial befindet. Darauf siedeln ­Mikroorganismen, bilden einen Biofilm und knacken die organischen Kontaminanten. Luft, die ein Verdichter am Boden des Beckens einbläst, stellt den nötigen Sauerstoff zur Verfügung und transportiert Schmutzpartikel nach oben. Von dort gelangen sie über einen Schlammabzugstrichter zurück ins Vorbehandlungsbecken. Das nun gereinigte Waschwasser erreicht abschließend die Betriebswasservorlage Neutra Sam, aus der es für die erneute Nutzung entnommen wird. Überschüssiges Wasser schickt die Anlage aus der Vorlage via Überlauf und Probenahmeschacht in die Kanalisation.

Die drei Becken für Vorbehandlung, Behandlung und Vorlage ­fertigt Mall als Rundbehälter aus Stahlbeton. In dieser Standardausführung sind sie für den platzsparenden Erdeinbau vorgesehen. Bereits im Werk werden die Anlagen mit allen Einbaukomponenten ausgerüstet. Sie stehen serienmäßig in sechs Leistungsvarianten von 80 bis 760 l Abwasserdurchsatz pro Minute zur Verfügung. Weil das Waschwasser im freien Gefälle durch alle drei Becken fließt, braucht der Reinigungsprozess weder Pumpen noch Ventile. Das bringt Störanfälligkeit, Wartungsaufwand und Energieverbrauch nach unten, damit Systemverfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit nach oben. Und noch ein Plus für Anlagenhandling und Betriebskosten: Neutra Clear kommt völlig ohne Chemikalien aus.

Drei Funktionen vereint

So eine Anlage mit allen Funktionen in Kunststoffbehältern kann auch oberirdisch problemlos aufgestellt werden

Das ist die Basis. Es gibt Optionen. Erstens steht es Betreibern frei, ihre Betriebskosten noch weiter zu drücken, indem sie für den Ausgleich von Wasserverlusten und fürs Spülen die Einbindung einer Regenwasseranlage bei Mall ordern. Denn Niederschlag gibt es zum Nulltarif, Leitungswasser nicht. Zweitens kann zusätzlich eine wei­tere Betriebswasservorlage bedarfsweise oberirdisch aufgestellt sowie mit einer Leitfähigkeitsmessung und -regulierung ausgerüstet werden. Das verhindert die Aufsalzung des Waschwassers. Die Frischwassernachspeisung ergänzt das durch Verschleppung und Verdunstung verlorene Wasser. Drittens lassen sich die für hohen Durchsatz ­konzipierten Neutra Clear-Typen C3000 und C4000 mit dem Nachbehandlungsbecken Neutra Tub tunen. Es packt insbesondere die feinen Partikel. Durch schräg angeordnete Lamellen­pakete rutschen sie zum Beckenboden, sedimentieren dort und sind damit raus aus dem Waschwasser, das nun supersauber ist. Viertens, weil Erdeinbau praktisch, aber nicht immer möglich ist, gibt es bei Mall alles auch für die oberirdische Aufstellung. Nicht in Stahlbeton- sondern in Kunststoffbehältern sind die Anlagenteile dann unter­gebracht. ­Ansonsten bestehen keine Unterschiede. Und fünftens hat mancher Anwender nur wenige Waschgänge pro Tag. Die Kompaktversion Neutra Clear C1400 ist mit einem Abwasserdurchsatz bis 80 l/min für 25 Fahrzeugwäschen und mehr pro Tag ausgelegt. Der Clou: ­ Alle drei Funktionsbereiche – Vorbehandlung, Behandlung und Betriebswasservorlage – hat Mall in einem Behälter vereint.

So viel zum Verfahren, mit dem der Kreislauf des Waschwassers technisch und wirtschaftlich gut auf Kurs kommt. Doch im Paket ist mehr. Dass Mall fertigt, liefert und installiert ist klar. Beratung und Planung zuvor sowie das Angebot regelmäßiger Wartung danach gehören mit gleicher Selbstverständlichkeit zum Leistungsumfang. Und besonders vorteilhaft ist auch noch das: Alle Kreislaufanlagen rund um das Zentralmodul Neutra Clear tragen die allgemeine ­bauaufsichtliche Zulassung. Damit erübrigt sich ein Genehmigungsverfahren. Es genügt, die Inbetriebnahme der Anlage bei der ­zuständigen Wasserbehörde anzuzeigen.

Quelle: Mall GmbH; Autor: Tom Kionka; Büro für umwelTKommunikation, Sulzdorf 


Zusatzinformation: Gesetzlicher Rahmen der Fahrzeugwäsche

Den Rahmen bildet die „Verordnung über Anforderungen an das Einleiten von Abwasser in Gewässer (Abwasserverordnung – AbwV)“. Hinsichtlich verschiedener Abwasserherkunftsbereiche bestimmen die Anhänge der Verordnung Mindestanforderungen, die für eine Erlaubnis zum Einleiten einzuhalten sind. Gemäß § 3 darf eine solche Erlaubnis im Allgemeinen „nur erteilt werden, wenn die Schadstofffracht nach Prüfung der Verhältnisse im Einzelfall so gering gehalten wird, wie dies durch Einsatz Wasser sparender Verfahren bei Wasch- und Reinigungsvorgängen … und den Einsatz von schad­stoffarmen Betriebs- und Hilfsstoffen möglich ist“. Anhang 49 der Abwasserverordnung bezieht sich auf mineralölhaltiges Abwasser, wie es unter anderem bei  der Reinigung von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen in entsprechenden Betriebsstätten regelmäßig anfällt. Um die Schadstofffracht aus solchen Anlagen zur maschinellen Fahrzeugreinigung zu minimieren, fordert Anhang 49 die weitestgehende Kreislaufführung des Waschwassers.  Außerdem gilt: Wird Abwasser aus solchen Kreislaufanlagen eingeleitet, so darf das nur aus der Betriebswasservorlage erfolgen. Dabei ist der Grenzwert für Kohlenwasserstoffe in Höhe von 20 mg/l einzuhalten. Diese Anforderung hinsichtlich der Kohlenwasserstofffracht gilt als erfüllt, wenn eine zu deren Abscheidung konzipierte Abwasserbehandlungsanlage betrieben wird, die die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung Z-83.4-6 trägt.

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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