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Chinas Müll-Importverbot bietet Entwicklungschancen

Chinas Müll-Importverbot bietet Entwicklungschancen

IE expo zeigt internationales Recycling

China investiert, zeitgleich mit dem Müll-Importverbot von 2017, erhebliche Summen in den Aufbau seiner Recyclingwirtschaft. Seit 1. Januar 2018 unterbindet die chinesische Regierung die Einfuhr von 24 Abfallarten, darunter sind Kunststoffabfälle und unsortiertes Altpapier. Ab 2019 soll das Müllimport-Verbot auf alle inländisch ersetzbaren Abfälle ausgeweitet werden.

Einerseits wird die Entscheidung Chinas, Prof. Dr. Michael Nelles zufolge, zu weltweiten Umbrüchen im Bereich der Abfallwirtschaft führen, da das Land bislang erhebliche Mengen der Abfälle aus Industrieländern aufgenommen hat. Andererseits biete Chinas Importverbot, so der Professor für Abfall- und Stoffstromwirtschaft an der Universität Rostock und Geschäftsführer des Deutschen Biomasseforschungszentrums in Leipzig (DBFZ), durchaus Entwicklungschancen für die internationale Entsorgungs- und Recyclingindustrie im Reich der Mitte selbst. Denn Chinas Recyclingbranche werde sich in den nächsten Jahren neu aufstellen und entsprechende Technologien benötigen.
Bereits in ihrem aktuellen Fünfjahresplan (2016-2020) von 2016 hatte die chinesische Regierung Nachhaltigkeit in den Fokus gerückt. Laut Bernhard Felizeter, Leiter der Umweltabteilung der AHK Greater China Beijing, sind für die Verbesserung der Abfallproblematik in China umfangreiche Investitionen in modernere Abfallbehandlungstechnologien erforderlich. „Da es in China an Erfahrung und Know-how in diesem Bereich fehlt und der Sektor sich noch im Aufbau befindet, bestehen attraktive Marktchancen für ausländische Unternehmen. Insbesondere im Bereich von Siedlungs-, Industrie- und Elektroabfällen gibt es in China noch einen enormen Nachholbedarf“, sagt der Experte. Nicht nur Technologien und Lösungen für das Recycling von Industrieabfällen, Plastik, Gummi, Metall, Gebäudeabfällen sowie Elektroschrott und Batterien seien gefragt, sondern auch  gefährliche Abfälle würden ein interessantes Betätigungsfeld für ausländische Akteure bieten.

Aus Sicht von Prof. Dr. Michael Nelles sind in nächster Zeit dort außerdem Abfallverbrennungsanlagen, Logistiksysteme für die getrennte Sammlung von Abfällen, Einrichtungen für die Kompostierung bzw. Vergärung von biogenen Abfällen aus privaten Haushalten, Industrie und Gewerbe und der Landwirtschaft gefragt. „Wichtiger als der Bedarf an reiner Behandlungstechnik ist das  Knowhow zum erfolgreichen Betrieb von Abfallbehandlungsanlagen. Reine Consultingleistungen von internationalen Unternehmen sind in China nur schwer realisierbar“, so der Professor. Von besonderer Bedeutung sei es vor allem, dass Komplettsysteme inklusive Planung und Bau angeboten werden könnten und dies in der Regel mit lokalen chinesischen Partnern zusammen.

Umweltbewusstsein in chinesischer Bevölkerung ist gestiegen

Dass in der chinesischen Bevölkerung mittlerweile ein relativ hohes Umweltbewusstsein herrscht und sie Technologien, die eine moderne Kreislaufwirtschaft fördern, durchaus aufgeschlossen gegenübersteht, ist am IFAT Environment Index 2018 ablesbar, den die Weltleitmesse IFAT (Muttermesse der IE expo China) auf Grund einer Verbraucherumfrage in fünf Ländern erstellt hat. So halten 83 Prozent der befragten Chinesen Plastikmüll für eine Gefahr für die Umwelt und 86 Prozent sind der Ansicht, dass es jeden etwas angeht, Müll zu vermeiden. Gut jeder zweite befürwortet eine Mülltrennung (48 Prozent) und fordert eine vollständige Wiederverwertung im Sinne der Kreislaufwirtschaft (56 Prozent).

IE expo China 2018 zeigt Lösungen für die asiatische Recyclingindustrie

Und auch an ausländischen Herstellern und Technologieanbietern, die die Erwartungshaltungen des chinesischen Marktes erfüllen, fehlt es nicht. Eine baldige Gelegenheit, sich diesem Markt zu präsentieren, bietet die IE expo China. Die nächste Auflage der Umwelttechnologiemesse findet vom 3. bis 5. Mai 2018 in Shanghai statt. Hier werden neben chinesischen Anbietern auch internationale Firmen der Recyclingbranche vertreten sein.

Weitere Informationen zum Thema Recycling auf der IFAT 2018 erhalten Sie hier.

Quelle: Messe München

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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