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Weltwasserforum vereint Weltoberhäupter und Experten

Weltwasserforum vereint Weltoberhäupter und Experten

Am 22. März 2018 ist Weltwassertag

 Im Rahmen globaler Bemühungen zur Vermeidung weitverbreiteter Wasserkrisen und zur Verbesserung des weltweiten Zugangs zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen organisiert der Weltwasserrat die 8. Ausgabe seines Weltwasserforums, das vom 18. bis 23. März in Brasilien stattfindet und mit dem Weltwassertag zusammenfällt. Mehr als 840 Millionen Menschen weltweit (einer von neun), haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und 2,3 Milliarden (ein Drittel) haben keinen Zugang zu einer Toilette. „Auf der ganzen Welt haben mehr Menschen Handys als Toiletten“, erklärt Matt Damon, Wasseraktivist und Schauspieler.

Mehr als 10 Staatsoberhäupter, darunter der Präsident von Brasilien, Michel Temer, der Präsident von Ungarn, János Áder, der Präsident von Senegal, Macky Sall, der südkoreanische Premierminister Lee Nak-Yeon und CEOs von Fortune-500-Unternehmen, sind in die brasilianische Hauptstadt gereist, um an „Paneldiskussionen“ teilzunehmen, bei denen die Zukunft der Wassersicherheit für die nächsten drei Jahre geplant wird. In mehr als 200 Sitzungen werden Tausende von Teilnehmern zusammenkommen, um Lösungen für die Herausforderungen der Wassersicherheit in unserer Welt zu finden.

Das erste Weltwasserforum fand 1997 in Marokko statt. Das dreijährliche Weltwasserforum hat maßgeblich dazu beigetragen, die Anerkennung des Zugangs zu Wasser als Menschenrecht zu fördern, was schließlich 2010 von den Vereinten Nationen aufgenommen wurde. Dies geschah unmittelbar nach dem 6. Weltwasserforum (Istanbul, Türkei), in dem die Grundzüge dieses Rechts bestimmt wurden.

Darüber hinaus haben das Weltwasserforum und sein Schöpfer, der Weltwasserrat, eine Schlüsselrolle bei der Sicherstellung der Anerkennung des Nachhaltigen Entwicklungsziels 6 (Sustainable Development Goal 6 – SDG), „die Gewährleistung eines sicheren Zugangs zu Wasser und sanitären Anlagen für alle“, gespielt. Dieses von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 gesteckte Ziel soll bis 2030 erreicht werden

Die südliche Hemisphäre ist zum ersten Mal Gastgeber des Weltwasserforums und öffnet damit Südamerikas Türen zum Dialog und zum Austausch von Erfahrungen und bewährten Praktiken im Zusammenhang mit der Nutzung von Wasser. Diese brasilianische Ausgabe wird ein „Citizens Village“ beinhalten, das alle Bürger kostenlos willkommen heißt an der Debatte teilzunehmen. Dies wird durch Ausstellungen, Vorträge, Filme, Kunst- und Handwerksworkshops, Unterhaltung, Talkshows und Feinschmeckergerichten unterstützt. Der Weltwasserrat lädt alle ein, an seiner weltweiten Leitveranstaltung teilzunehmen.

Das Weltwasserforum ist auch eine wichtige Gelegenheit für globale Behörden, Wissen zu teilen und Strategien für verschiedene Themen zu entwickeln, wie zum Beispiel die Bekämpfung von Klimavariabilität und Wasserknappheit. Bis zum Jahr 2025 wird die Hälfte der Weltbevölkerung in wasserarmen Gebieten leben, da Dürren, Überschwemmungen und andere Wasserkrisen viele Teile des Globus, wie Kapstadt, Südafrika oder São Paulo, heimsuchen. Die Hauptwasserversorgung der brasilianischen Stadt, der Cantareira-Stausee, wurde kürzlich auf 5% Kapazität reduziert, vergleichbar mit einem Verbrauch von nur einem Monat. Die Ironie dieser Realität liegt in der Tatsache, dass Brasilien mit 12% der weltweiten Versorgung die größte Süßwasserquelle der Welt beherbergt.

Ohne Wasser gibt es kein Leben, keine Nahrung, keine Entwicklung. Auf dem Weltwasserforum, das unter dem übergreifenden Thema „Sharing Water“ steht, werden sich Entscheidungsträger aus der ganzen Welt zusammenschließen, um angesichts der Rolle des Wassers bei der Vereinigung von Gemeinschaften und beim Abbau von Barrieren, Empfehlungen zu präsentieren um die Zukunft unseres Wasser zu sichern.

„Wasser ist im Wesentlichen ein politisches Thema und muss auf höchster Entscheidungsebene behandelt werden. Wir verfügen über sehr viele wissenschaftliche Erkenntnisse, und wir haben eine große Zahl von Lösungen zur Auswahl, aber die politischen Entscheidungsträger müssen Prioritäten setzen, damit diese Vorschläge in die Praxis umgesetzt werden können“, erklärt der Präsident des Weltwasserrats, Benedito Braga.

Überall auf der Welt beziehen sich die drängendsten Probleme rund um Wasser nicht auf Quantität, sondern Qualität. Dies ist eine Frage von Leben und Tod für viele weltweit; 660 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu adäquaten Trinkwasserressourcen und 2,4 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu adäquaten sanitären Einrichtungen.

Es sind besonders die extrem niedrigen Hygienestandards weltweit die häufigsten Todesursachen und Auslöser für Krankheiten. 2016 starben 8% der Kinder unter 5 Jahren an Diarrhö, die meist durch verunreinigtes Trinkwasser verursacht wird. Menschen ohne ausreichenden Zugang zu Sanitäreinrichtungen leben hauptsächlich in Asien, Subsahara-Afrika, Lateinamerika und der Karibik. Frauen und Mädchen sind am meisten von Trinkwasser- und Sanitärproblemen betroffen, da sie diejenigen sind, die täglich 200 Millionen Stunden damit verbringen, Wasser zu beschaffen.

Der Weltwassertag 2018 unterstreicht „naturbasierte Lösungen“ für die aktuellen wasserbezogenen Herausforderungen, die oft durch Klimawandel, Katastrophen und Bevölkerungswachstum verschärft werden. Das Weltwasserforum wird Führungskräften zeigen, wie eine Kombination aus bestehender Infrastruktur, geografischen Gegebenheiten, natürlichen Ressourcen und angemessener Finanzierung zu einem besseren Wassermanagement führen kann. Für jeden Dollar, der in Wasser und sanitäre Anlagen investiert wird, beträgt die wirtschaftliche Rendite in Form von Gesundheitsausgaben und Produktivität 4 US-Dollar.

Der Weltwasserrat ruft alle Regierungen dazu auf, Wasser zu ihrer obersten Priorität zu machen, und ermutigt sie, ihre Budgets für nachhaltige Mehrzweck-Wasserinfrastruktur zu erhöhen, um sicheres Wasser für alle auf dem Planeten zu sichern. Die Tatsache, dass 80% der Länder eine unzureichende Finanzierung zur Erfüllung der nationalen Trinkwasserziele melden, sollte im 21. Jahrhundert keine Realität sein. Die Notwendigkeit eines erneuerten Engagements und Innovationen evident, da sich die Finanzierung unter Berücksichtigung der Betriebs- und Wartungskosten auf €90 Milliarden pro Jahr verdreifachen muss, um das Ziel der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu erreichen.

Weitere Informationen zum Weltwasserrat finden Sie auf der Homepage der Organisation oder unter diesem Link.

Textquelle: Weltwasserrat ; Bildquelle: Fotolia (outcast85, 77125336)

Veröffentlicht von

Anne Schaar

Die Umwelttechnik steht vor immer komplexeren Herausforderungen, diese aufzuspüren und für unseren Leser unkompliziert aufzubereiten macht für mich gute Redaktion aus.

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